Stickstoffbilanz für Stadtbäume

Rechnen Sie den Jahresbedarf eines Einzelbaums selbst nach. Bedarf aus Zuwachs von Holz und Grobwurzeln und aus Laubfall, Angebot aus Deposition, Bodenumsatz und weiteren Quellen.

Baum und Standort

Was der Standorttyp verändert

Der Standorttyp setzt drei Stellgrößen auf einmal: den Standortfaktor, mit dem der Holzzuwachs und damit der Bedarf für neues Holz in Stamm, Ästen und Grobwurzeln skaliert wird; den Versiegelungsgrad unter der Krone, der bestimmt, wie viel vom Eintrag aus der Luft den Boden überhaupt erreicht; und die Bodenfläche samt Rate, auf der Stickstoff aus dem Boden freigesetzt wird. Der Versiegelungsgrad lässt sich hier nicht einzeln eingeben, er hängt am Standorttyp. Eine Bodenanalyse ersetzt das nicht.

Straße, stark versiegelt
Baum in Pflaster oder Asphalt, offen ist nur die Baumscheibe. Standortfaktor , Versiegelungsgrad : Der Regen unter der Krone läuft überwiegend in die Kanalisation, der Eintrag aus der Luft erreicht den Boden nur über die Baumscheibe und den Stammablauf. Freisetzung aus dem Boden nur auf der Baumscheibe, mit der niedrigen Straßenrate von Stickstoff je Hektar und Jahr.
Park oder Grünfläche
Baum in Rasen oder Vegetationsfläche, der Wurzelraum ist offen. Standortfaktor : Der Baum legt hier mehr zu als an der Straße, der Bedarf für neues Holz steigt. Versiegelungsgrad , der Eintrag aus der Luft kommt fast vollständig an. Freisetzung auf der ganzen Wurzelfläche mit der hohen Parkrate von je Hektar und Jahr, dazu weniger Hundeurin. Meist ergibt sich kein Düngebedarf.
Referenzstandort, gut versorgt
Der Bezugsbaum der Zuwachstabelle: gut versorgt, etabliert, Standortfaktor . Offener Wurzelraum wie im Park (Versiegelungsgrad ), die Freisetzung aus dem Boden aber nur mit der Straßenrate von . Gedacht für Vergleichsrechnungen und für Standorte zwischen Straße und Park, etwa eine Allee im Grünen auf magerem Boden.
Extremstandort
Kübel, Pflanzgrube unter zwei Quadratmetern, Tiefgaragendecke, Platz ohne nennenswerte Baumscheibe. Standortfaktor : Der Baum wächst nur noch etwa halb so schnell wie am Referenzstandort und braucht entsprechend weniger Stickstoff für neues Holz. Versiegelungsgrad , vom Eintrag aus der Luft geht fast alles verloren. Freisetzung nur auf der Baumscheibe mit der Straßenrate. Ein niedriger Standortfaktor senkt den rechnerischen Bedarf, weil der Baum weniger zulegt, nicht weil der Boden besser versorgt wäre.

Wie belastbar ist das Ergebnis?

Die Rechnung bildet die Größenordnung ab, nicht den Einzelwert. Wer sie mit anderen, ebenso vertretbaren Annahmen aufstellt, kommt auf andere Zahlen. Drei Gründe dafür sollten Sie kennen:

Deshalb: als Anhaltspunkt und als Begründungshilfe geeignet, nicht als Bemessungsgrundlage. Die fachliche Entscheidung bleibt bei Ihnen.